Stand: September 2026

Geheimsprache im Arbeitszeugnis – warum es kein Wörterbuch gibt

Die verbreitetste Vorstellung über Zeugnisse ist falsch, und die richtige Erklärung ist einfacher, als der Mythos vermuten lässt.

Kurz beantwortet: Es gibt keinen Code und keine Liste. Die Indirektheit entsteht aus einer Regel: Ein Zeugnis muss wahr und wohlwollend sein. Wer beides gleichzeitig einhalten will und trotzdem etwas zurückhalten möchte, kann nur eines tun – weglassen, umschreiben oder abschwächen. Daraus entstehen die Muster, die wie ein Code aussehen. Wörterbuchlisten scheitern daran, dass sie den Kontext nicht kennen. Die gesetzliche Grundlage ist Art. 330a OR, der Persönlichkeitsschutz Art. 328 OR.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Kein Code, sondern eine Folge zweier Pflichten.
  • Vier Mechanismen erzeugen alle Muster.
  • Listen scheitern am Kontext.
  • Ein Einzelbefund ist kein Befund.
  • Sorgfalt des Textes ist der beste Massstab.
Mythos, Regel und Muster Was viele annehmen – und was tatsächlich gilt Der Mythos Es gibt einen vereinbarten Code; jede Formulierung hat genau eine Übersetzung. Die Regel Wahr und wohlwollend zugleich – wer beides will, muss indirekt werden. Die Muster Auslassen, umschreiben, abschwächen, betonen – lesbar nur im Zusammenhang.
Der Weg von oben nach unten ist der ganze Inhalt dieser Seite. Wer die mittlere Zeile verstanden hat, braucht keine Wörterlisten mehr.

Warum es kein Wörterbuch gibt

Die Vorstellung eines Zeugniscodes ist attraktiv, weil sie eine einfache Lösung verspricht: eine Liste, ein Nachschlagen, eine Antwort. Sie hält allerdings keiner Prüfung stand. Es gibt keine Stelle, die einen solchen Code herausgibt, keine Vereinbarung zwischen Betrieben und keine Ausbildung, in der er gelehrt würde. Die meisten Menschen, die Zeugnisse schreiben, tun das ein paarmal im Jahr und benutzen dafür eine Vorlage.

Dass die Vorstellung sich trotzdem hält, hat einen guten Grund: Die Muster existieren wirklich. Was falsch ist, ist nur die Erklärung. Sie entstehen nicht aus einem geheimen Einverständnis, sondern daraus, dass alle vor derselben Aufgabe stehen – freundlich bleiben und trotzdem nicht mehr behaupten, als stimmt. Wer diese Aufgabe löst, kommt fast zwangsläufig auf dieselben Lösungen.

Für Sie hat das eine praktische Folge: Eine Formulierung in einer Liste nachzuschlagen, führt regelmässig in die Irre. Sie brauchen keine Übersetzung, sondern eine Frage – nämlich, ob an dieser Stelle etwas fehlt, das man hätte erwarten können. Diese Frage können Sie beantworten, weil Sie Ihre Stelle kennen. Eine Liste kann es nicht.

Ein zweiter Punkt kommt dazu, der in der Schweiz besonders zählt: Viele Zeugnisse werden hier nicht von einer Personalabteilung geschrieben, sondern von der direkten Vorgesetzten – in einem Betrieb mit acht Mitarbeitenden von der Inhaberin selbst. Diese Person kennt weder Zeugniscodes noch Formulierungslisten. Sie schreibt, was sie denkt, in der Sprache, die ihr vertraut ist, und orientiert sich am letzten Zeugnis, das sie ausgestellt hat. Ein Grossteil der Formulierungen, die im Internet als verstecktes Signal geführt werden, entsteht auf diesem Weg – ohne dass jemand eine zweite Bedeutung mitgemeint hätte.

Typischer Fehler

Eine Wortliste aus dem Internet neben das eigene Zeugnis legen und Treffer zählen. Solche Listen stammen häufig aus deutschen Quellen, ignorieren die Umgebung und erzeugen Sorgen, wo keine sind, oder Beruhigung, wo eine Lücke steht.

Wie die Indirektheit entsteht

Zwei Pflichten stehen im Zeugnis nebeneinander. Die eine verlangt Wahrheit: Es darf nichts behauptet werden, was nicht stimmt. Die andere verlangt Wohlwollen: Der Text soll das berufliche Fortkommen nicht ohne Not erschweren. Solange die Beurteilung gut ausfällt, kollidieren sie nicht. Sobald etwas nicht rundlief, kollidieren sie sofort.

Wo die beiden Pflichten kollidieren Zwei Pflichten, ein Text Wahrheitspflicht nichts behaupten, was nicht stimmt Wohlwollenspflicht das Fortkommen nicht ohne Not erschweren Was übrig bleibt: das Indirekte weglassen · umschreiben · abschwächen · Selbstverständliches betonen
Die vier Mittel in der unteren Zeile erzeugen sämtliche Muster, die als Geheimsprache gelten. Mehr Werkzeuge stehen niemandem zur Verfügung.
Was jemand tun kann, der freundlich bleiben und nichts Falsches schreiben will
MittelWas im Text geschiehtWie es wirkt
weglasseneine erwartbare Aussage fehltUmkehrschluss: gilt als nicht zutreffend
umschreibeneine Aufgabe statt einer Bewertungklingt neutral, bewertet nicht
abschwächenein einschränkendes Wort vor der BewertungAusnahmen werden eingeräumt
betonenSelbstverständliches wird eigens gelobtwirkt schwach statt stark
kürzender ganze Text bleibt knappwirkt gleichgültig, selten gezielt
Sie haben etwas gefunden und wissen nicht, ob es etwas heisst?

Laden Sie Ihr Zeugnis hoch und schreiben Sie dazu, welche Stelle Sie stutzig macht. Sie bekommen eine Einordnung im Zusammenhang des ganzen Textes – nicht aus einer Liste.

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Die vier Mechanismen

Alles, was als Geheimsprache gilt, lässt sich auf vier Mechanismen zurückführen. Sie zu kennen ersetzt jede Liste, weil sie erklären, warum eine Formulierung wirkt, und nicht nur behaupten, dass sie es tut.

«Herr Gerber bearbeitete die ihm zugeteilten Vorgänge und war stets pünktlich und zuverlässig.»
Drei Mechanismen in einem Satz

Weggelassen ist die Bewertung der Arbeit. Umschrieben ist die Tätigkeit als blosse Zuteilung. Betont sind zwei Selbstverständlichkeiten. Kein einziges Wort ist negativ, und trotzdem enthält der Satz keine positive Aussage über die Leistung. Genau so entsteht der Eindruck eines Codes.

«Herr Gerber bearbeitete die Schadenfälle im Bereich Motorfahrzeuge selbstständig und zur vollen Zufriedenheit; er war zudem stets pünktlich und zuverlässig.»
Dieselben Grundtugenden, anderer Text

Die Aufgabe ist benannt, die Selbstständigkeit steht da, die Bewertung ist ausgesprochen. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind jetzt eine Zugabe und wirken nicht mehr als Ersatz. Es hat sich nichts an den beiden Grundtugenden geändert – nur an ihrer Umgebung.

Die vier Mechanismen und woran Sie sie erkennen
MechanismusPrüffrageWenn ja
AuslassungFehlt eine Aussage, die zur Funktion gehört hätte?stärkster Befund, gut belegbar
UmschreibungSteht eine Tätigkeit dort, wo eine Bewertung stehen müsste?deutlicher Befund
AbschwächungSteht ein einschränkendes Wort vor der Bewertung?mittlerer Befund, oft Vorlage
BetonungWerden Selbstverständlichkeiten eigens gelobt?nur zusammen mit einer Lücke ein Befund

Die Reihenfolge ist bewusst gewählt: Sie entspricht der Stärke des jeweiligen Befunds. Eine Auslassung lässt sich benennen und belegen, weil Sie wissen, was Sie getan haben. Eine Betonung dagegen ist reine Deutung und hält keiner Nachfrage stand. Beginnen Sie beim Lesen Ihres eigenen Zeugnisses deshalb mit der ersten Zeile und arbeiten Sie sich nach unten – nicht umgekehrt. Welche einzelnen Formulierungen dabei am häufigsten auftauchen, sammelt die Liste der Warnzeichen.

«Frau Blaser verliess unser Unternehmen im gegenseitigen Einvernehmen.»
Der Satz, der am häufigsten überdeutet wird

Er berichtet über die Umstände des Endes und bewertet nichts. Trotzdem wird er regelmässig als verstecktes Urteil gelesen – ein Musterbeispiel dafür, wie eine Deutung entsteht, wo gar keine gemeint war. Was die Formel tatsächlich aussagt, behandelt «Im gegenseitigen Einvernehmen».

Beispiel zur Einordnung

Eine Fachfrau Betreuung EFZ brachte uns ein Zeugnis mit fünf angestrichenen Stellen. Vier davon standen in einer Internetliste, eine war eine echte Lücke im Verhaltenssatz. Wie dieser Teil gelesen wird, zeigt Sozialverhalten im Zeugnis; welche Stufe der ganze Text am Ende ergibt, erklärt Zeugnisnote verstehen.

Warum der Zusammenhang alles ändert

Der wichtigste Grund, warum Listen scheitern: Dieselbe Formulierung bedeutet in zwei Zeugnissen Verschiedenes. Entscheidend ist nicht das Wort, sondern die Sorgfalt des Textes, in dem es steht. Ein durchgehend genauer Text mit einer Abweichung sagt etwas. Ein durchgehend knapper Text sagt vor allem, dass jemand wenig Zeit hatte.

Sorgfalt und Abweichung: vier Felder Wann ein Befund ein Befund ist mehrere Abweichungen eine Abweichung knapper Text, viele Lücken wirkt gleichgültig – oft Routine sorgfältig, mehrere Abweichungen deutlichster Fall: hier war Absicht im Spiel knapper Text, eine Lücke kaum aussagekräftig sorgfältig, eine Abweichung auffällig – hier lohnt die Nachfrage knapper Text sorgfältiger Text
Ordnen Sie Ihr Zeugnis einem der vier Felder zu, bevor Sie eine einzelne Stelle bewerten. Das erspart die meisten Fehldeutungen.

Diese Vierfeldertafel beantwortet auch die Frage, warum zwei Menschen mit ähnlichen Zeugnissen zu ganz verschiedenen Einschätzungen kommen. Wer nur die eine auffällige Stelle betrachtet, sieht in beiden Fällen dasselbe. Wer den ganzen Text einbezieht, sieht im einen Fall einen sorgfältigen Autor, der an genau dieser Stelle abgewichen ist, und im anderen einen, der überall gleich knapp geblieben ist. Die erste Beobachtung trägt eine Aussage, die zweite nicht, und der Unterschied zwischen beiden ist der eigentliche Ertrag dieser Seite.

Hinweis zur Einordnung Die Frage, die uns am häufigsten erreicht, lautet: «Was bedeutet dieser Satz?» Die ehrliche Antwort beginnt fast immer mit einer Gegenfrage – nämlich, was sonst noch im Zeugnis steht. Ohne den übrigen Text ist jede Deutung geraten.

Eine Randbemerkung, die vielen weiterhilft: Die vier Mechanismen erklären auch, warum zwei Zeugnisse aus demselben Betrieb sich stark unterscheiden können. Wer den Text schreibt, greift auf die Vorlage zurück, die gerade offen ist, und Vorlagen wandern zwischen Abteilungen. Wie unterschiedlich derselbe Betrieb formulieren kann, zeigt sich besonders im Schlussteil, den Schlussformel verstehen behandelt.

Wie Sie selbst prüfen

Der Ablauf ist kurz und braucht keine Vorkenntnisse. Lesen Sie das Zeugnis zweimal: einmal auf Vollständigkeit, einmal auf Abweichungen. Beim ersten Durchgang zählen Sie, ob alle Bausteine vorhanden sind – Aufgaben, Leistungsbewertung, Verhalten, Schluss. Beim zweiten Durchgang suchen Sie die vier Mechanismen.

Führt in die Irre

Einzelne Sätze googeln und Bedeutungen aus Listen übernehmen – oft aus Quellen, die für ein anderes Land geschrieben wurden.

Führt weiter

Erst Bausteine zählen, dann Abweichungen suchen, dann prüfen, ob der Text insgesamt sorgfältig oder knapp ist.

Für den ersten Durchgang genügt eine Checkliste mit fünf Zeilen: Steht die Funktionsbezeichnung da? Steht der Zeitraum da? Wird beschrieben, was Sie getan haben? Wird die Leistung bewertet? Wird das Verhalten bewertet und ein Schluss gezogen? Fehlt eine dieser fünf Zeilen, brauchen Sie den zweiten Durchgang gar nicht – die Lücke ist der Befund, und sie ist zugleich der Punkt, an dem eine Nachfrage am meisten bewirkt. Erst wenn alle fünf Zeilen vorhanden sind, lohnt sich der genaue Blick auf Wortwahl und Verstärker.

Wenn Sie am Ende einen Befund haben, prüfen Sie noch die entscheidende Zusatzfrage: Passt er zu dem, was Sie über Ihre Zeit im Betrieb wissen? In vielen Fällen ist die Antwort ein klares Nein, und dann ist die Nachfrage besonders aussichtsreich, weil es tatsächlich eine Nachlässigkeit war. Wie ein solches Schreiben aufgebaut wird, zeigt Arbeitszeugnis korrigieren lassen.

Beispiel zur Einordnung

Ein Satz aus der Liste, der nichts bedeutete

Eine Coiffeuse EFZ, 26, drei Jahre in einem Salon im Kanton Neuenburg, fand die Formulierung «bemühte sich stets» in einer Internetliste als schweres Warnzeichen. In ihrem Zeugnis stand sie im Zusammenhang mit einer Weiterbildung, die sie berufsbegleitend absolviert hatte – dort war das Bemühen tatsächlich gemeint und positiv formuliert. Die Leistungsbewertung stand vollständig eine Zeile darüber. Der vermeintliche Befund verschwand, sobald der ganze Absatz gelesen wurde.

Konstruiertes Beispiel zur Veranschaulichung, kein realer Kundenfall.

Worauf bei der Durchsicht geachtet wird

Wer viele Zeugnisse liest, deutet einzelne Formulierungen deutlich weniger stark als Ratgeber vermuten lassen. Aufmerksamkeit erzeugen vor allem Lücken und Widersprüche – also das, was sich ohne Sprachkenntnis erkennen lässt.

Was rechtlich gilt

Grundlage ist Art. 330a OR: Das Zeugnis muss sich über Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie über Leistung und Verhalten aussprechen und dabei wahr und wohlwollend sein. Beide Anforderungen zusammen erzeugen die Indirektheit, um die es auf dieser Seite geht – sie sind ihre Ursache und zugleich ihre Grenze.

Verdeckte Abwertungen sind unzulässig, weil Art. 328 OR Ihre Persönlichkeit schützt. Das klingt eindeutiger, als es in der Anwendung ist: Eine knappe Formulierung wird erst dann zur unzulässigen Abwertung, wenn sie den Text bewusst in ein falsches Licht rückt. Diese Absicht lässt sich einem Zeugnis nicht ansehen, weshalb der praktische Weg fast immer über die Nachfrage führt und nicht über eine rechtliche Auseinandersetzung. Der Anspruch auf das Zeugnis verjährt nach zehn Jahren gemäss Art. 127 OR; das Bundesgericht hat das ausdrücklich so entschieden (BGer 4A_295/2020). Die kurze Frist von fünf Jahren nach Art. 128 Ziff. 3 OR betrifft Lohnforderungen, nicht das Zeugnis. Ein Gesamtarbeitsvertrag kann günstigere Regeln enthalten.

Wenn der Betrieb bei seiner Fassung bleibt

Fragen Sie einmal nach dem Grund und akzeptieren Sie eine sachliche Antwort. Über die Deutung einer Formulierung lässt sich kaum streiten, über eine fehlende Aufgabe, eine fehlende Personengruppe oder einen fehlenden Dank dagegen gut. Bleibt jede Reaktion aus, führt der Weg zur Schlichtungsbehörde Ihres Kantons; das Verfahren in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten ist in aller Regel kostenlos.

Hinweis zur Einordnung Ein Metallbauer EFZ schickte uns ein Zeugnis mit acht angestrichenen Stellen aus einer Internetliste. Sieben davon waren unauffällig. Die achte war keine Formulierung, sondern eine Lücke – seine Verantwortung für die Werkstattlehrlinge kam im ganzen Text nicht vor.

Zeugnis entschlüsseln lassen

Dafür müssen Sie nicht auf eine andere Seite wechseln. Zeugnis hochladen, mehr braucht es nicht. Die Auswertung kommt als PDF und Word-Datei per E-Mail.

1Anfrage stellenZeugnis hochladen, E-Mail eintragen, fertig.
2Antwort erhaltenEinordnung und die wichtigen Punkte im Klartext.
3Auffälligkeiten und DownloadsNotenstufe, offene Stellen, dazu PDF und Word-Datei.
4Zustellung per E-MailPersönlicher Zugangslink, 7 Tage gültig.
Anfrageformular mit hochgeladenem Arbeitszeugnis, E-Mail-Feld und Zustimmung
1. Ihre Anfrage
Erste Seite der Auswertung mit Zusammenfassung und Notenstufe
2. Ihre Antwort, Seite 1
Zweite Seite der Auswertung mit auffälligen Formulierungen und Hinweisen
3. Ihre Antwort, Seite 2
E-Mail mit dem persönlichen Zugangslink zur fertigen Auswertung
4. Zustellung per E-Mail

PDF oder Foto, mehrere Seiten möglich. Namen und Adresse dürfen Sie schwärzen.

Dorthin geht der Zugangslink zu Ihrer Auswertung. Der Link ist 7 Tage gültig.

CHF 19.– einmalig · ohne Abo · ohne Registrierung

Übertragung verschlüsselt, Unterlagen vertraulich behandelt.
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Einordnung im ZusammenhangSie bekommen keine Wortliste, sondern eine Einordnung: welche Bausteine fehlen, welche Abweichungen es gibt und wie sorgfältig der Text insgesamt ist.
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Formulierungen im KlartextJede bewertende Stelle wird übersetzt, in Alltagssprache statt Zeugnisdeutsch.
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Notenstufe eingeordnetWo Ihr Zeugnis auf der Skala steht – und woran das im Text festgemacht ist.
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Konkrete ÄnderungsvorschlägeAuf Wunsch ein sachliches Schreiben an den Betrieb mit besseren Formulierungen.
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Vertraulich, ohne RegistrierungNur E-Mail nötig, geschwärzte Dokumente sind erlaubt, Zugangslink 7 Tage gültig.
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Keine Rechtsberatung – CHF 19.– einmaligVerständliche Einordnung Ihres Dokuments, keine rechtliche Bewertung und keine Vertretung gegenüber dem Betrieb.

Woran sich diese Seite hält

Rechtsgrundlage
Der Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis ergibt sich aus Art. 330a OR; es muss wahr und wohlwollend sein. Dass es dabei wahr und zugleich wohlwollend zu formulieren ist, hat das Bundesgericht aus dieser Bestimmung abgeleitet (BGE 136 III 510).
Persönlichkeitsschutz
Verdeckte Abwertungen sind unzulässig; Art. 328 OR schützt Ihre Persönlichkeit auch im Zeugnis.
Kein Code
Es existiert keine offizielle Zeugnissprache, keine amtliche Liste und keine verbindliche Übersetzungstabelle. Die beschriebenen Muster sind Beobachtungen aus der Praxis.
Grenzen der Deutung
Ob eine Formulierung beabsichtigt war, lässt sich einem Text nicht ansehen. Diese Seite beschreibt Wirkung, nicht Absicht.
Frist
Der Anspruch auf das Zeugnis verjährt nach zehn Jahren gemäss Art. 127 OR; das Bundesgericht hat das ausdrücklich so entschieden (BGer 4A_295/2020). Die kurze Frist von fünf Jahren nach Art. 128 Ziff. 3 OR betrifft Lohnforderungen, nicht das Zeugnis. Ein Gesamtarbeitsvertrag kann günstigere Regeln enthalten.
Für wen diese Seite ist
Für Angestellte in der Schweiz, die im Internet auf Zeugniscode-Listen gestossen sind und wissen möchten, was davon trägt.
Diese Seite bietet eine allgemeine Einordnung von Zeugnisformulierungen und ersetzt keine Rechtsberatung. Sie beinhaltet keine Vertretung gegenüber dem Arbeitgeber und keine verbindliche rechtliche Bewertung des Einzelfalls. Die beschriebenen Muster sind Beobachtungen aus der Personalpraxis und keine Rechtsregeln. Bei rechtlichen Streitfragen wenden Sie sich an die kantonale Schlichtungsbehörde oder an eine Anwältin oder einen Anwalt.

Häufige Fragen

Gibt es eine offizielle Geheimsprache im Arbeitszeugnis?

Nein. Es existiert keine Liste, kein Code und keine vereinbarte Übersetzungstabelle. Was es gibt, sind sprachliche Konventionen. Kritik darf ausdrücklich genannt werden, wenn sie wahr und für die Gesamtbeurteilung wesentlich ist; daneben können Auslassung, Reihenfolge und Wortwahl eine indirekte Wirkung entfalten. Diese Indirektheit ist die Folge des Gebots von Wahrheit und Wohlwollen, nicht eines Geheimbunds.

Warum reichen Wörterbuchlisten nicht?

Weil dieselbe Formulierung je nach Umgebung verschieden wirkt. «War pünktlich» in einem Zeugnis mit ausführlicher Aufgabenliste ist eine Nebenbemerkung, in einem knappen Zeugnis ohne fachliches Lob ein Befund. Eine Liste kennt den Kontext nicht und liefert deshalb falsche Sicherheit.

Woran erkenne ich, ob etwas gemeint war?

An der Sorgfalt des übrigen Textes. Ein Zeugnis mit genauer Aufgabenliste, vollständigem Verhaltenssatz und warmem Schluss ist bewusst geschrieben – dort fällt eine einzelne Abweichung ins Gewicht. Ein durchgehend knapper Text ist meist Routine, und dann bedeutet die Abweichung wenig.

Sind versteckte Abwertungen erlaubt?

Nein. Ein Zeugnis muss wahr und wohlwollend sein; verdeckte Abwertungen sind unzulässig, weil Art. 328 OR die Persönlichkeit schützt. In der Praxis ist die Grenze allerdings fliessend – zwischen einer knappen Formulierung und einer verdeckten Abwertung liegt oft nur die Absicht, und die lässt sich dem Text nicht ansehen.

Was tue ich, wenn ich etwas gefunden habe?

Zuerst prüfen, ob es ein Muster ist oder ein Einzelfall. Dann sachlich nachfragen: die Stelle zitieren, den gewünschten Wortlaut mitliefern, eine Frist von zwei bis drei Wochen nennen. Auf Deutungen und Unterstellungen verzichten – sie machen aus einer Formsache eine Auseinandersetzung.

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