Stand: August 2026
Arbeitszeugnis prüfen lassen: Was geprüft wird, was es kostet und was Sie am Ende in der Hand haben
Ein Zeugnis, das freundlich klingt, muss nicht gut sein – und ein knappes muss nicht schlecht sein. Der Unterschied steckt in Sätzen, die man kennen muss, um sie zu sehen.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- CHF 19.– einmalig, ohne Abo, ohne Registrierung.
- Ergebnis als PDF und bearbeitbare Word-Datei.
- Geschwärzte Dokumente sind ausdrücklich erlaubt.
- Zugangslink zur Auswertung ist 7 Tage gültig.
- Keine Rechtsberatung und keine Vertretung.
Auf dieser Seite
Was konkret geprüft wird
Der häufigste Irrtum beim Lesen des eigenen Zeugnisses ist die Einzelbetrachtung. Man bleibt an einem Satz hängen, sucht ihn im Internet, findet drei widersprüchliche Deutungen und ist danach unsicherer als vorher. Zeugnissprache funktioniert aber nicht wie ein Wörterbuch. Derselbe Satz kann in einem starken Zeugnis unauffällig sein und in einem schwachen der Punkt, an dem alles kippt.
Geprüft wird deshalb das Verhältnis der Teile zueinander. Ein ausführlicher Tätigkeitsbeschrieb neben einer blassen Leistungsformel sagt etwas anderes als eine knappe Aufgabenliste mit einer klaren Bestnote. Ein warmer Schluss nach einem nüchternen Hauptteil wirkt anders als ein abrupter Schluss nach viel Lob. Wie diese Codelogik aufgebaut ist, beschreibt Formulierungen im Arbeitszeugnis.
| Prüfpunkt | Die eigentliche Frage | Gewicht |
|---|---|---|
| Vollständigkeit der Aufgaben | Fehlt eine Kernaufgabe, die Sie geprägt hat? | hoch |
| Leistungsformel | Welche Stufe trägt der Satz tatsächlich? | sehr hoch |
| Verstärker und Relativierungen | Steht «stets» dort, wo es hingehört? | sehr hoch |
| Verhaltensteil | Sind alle Personengruppen genannt? | mittel |
| Austrittsgrund | Neutral formuliert oder kommentiert? | mittel |
| Schlussformel | Dank, Bedauern und Wünsche vorhanden? | hoch |
| Formales | Datum, Unterschrift, Briefkopf stimmig? | gering |
Die dritte Zeile ist die unterschätzte. Verstärker wie «stets» und Steigerungen wie «vollste» entscheiden über ganze Notenstufen, und sie fallen beim schnellen Lesen kaum auf. Ein einziges fehlendes Wort verschiebt eine Bewertung von gut auf befriedigend, ohne dass sich der Ton des Satzes ändert. Welche Stufen es gibt und woran sie hängen, zeigt Zeugnisnote verstehen.
Zwei Signale auf einmal: «die ihr übertragenen Aufgaben» beschreibt reines Ausführen ohne Eigeninitiative, und der Leistungsformel fehlt der Verstärker. Der Satz klingt freundlich und liegt inhaltlich im mittleren Bereich.
Mitarbeitende und Kundschaft werden nicht genannt. In einem Beruf mit Kundenkontakt ist das eine deutliche Auslassung. Der Satz selbst ist einwandfrei – die Lücke daneben ist es nicht.
Kein Dank, kein Bedauern. Nach einem sonst positiven Zeugnis wirkt dieser Abschluss kühl und zieht die Gesamtwirkung messbar herunter. Die einzelnen Bausteine erklärt Schlussformel verstehen.
Nur den Leistungssatz googeln. Er ist wichtig, aber er ist einer von vier Bausteinen. Wer die anderen drei ignoriert, kommt regelmässig zu einer Einschätzung, die eine Stufe daneben liegt.
Was Sie am Ende erhalten
Das Ergebnis ist kein Gutachten und keine Zahl, sondern ein lesbarer Text über Ihr konkretes Zeugnis. Er beginnt mit einer Kurzfassung in einfachen Worten, damit Sie in dreissig Sekunden wissen, woran Sie sind. Danach folgt die Einordnung Zone für Zone, mit den Sätzen aus Ihrem Dokument im Zitat.
Auffällige Stellen werden ausdrücklich benannt und übersetzt: was dort steht, wie es gelesen wird und welche Formulierung dieselbe Tatsache günstiger ausdrücken würde. Auf Wunsch enthält die Auswertung ausserdem einen Textbaustein für ein sachliches Schreiben an den Betrieb. Wie ein solches Schreiben aufgebaut wird, steht auf Arbeitszeugnis korrigieren lassen.
«Er war stets bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben sorgfältig zu erledigen.»
«Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben stets sorgfältig und zu unserer vollen Zufriedenheit.»
Der Unterschied ist ein einziges gestrichenes Wort und ein ergänzter Halbsatz. Inhaltlich bleibt alles wahr – die Aufgaben sind dieselben, die Sorgfalt ist dieselbe. Verschwunden ist nur das «bemüht», das in der Zeugnissprache als Hinweis auf ungenügende Leistung gilt. Solche Vorschläge sind der praktisch nützlichste Teil der Auswertung, weil ein Betrieb sie direkt übernehmen kann.
Laden Sie es hoch und schreiben Sie dazu, was Sie wissen möchten. Sie bekommen die Einordnung Ihres Dokuments, nicht eine allgemeine Erklärung.
Wann sich eine Prüfung lohnt
Nicht jedes Zeugnis muss geprüft werden. Es gibt vier Situationen, in denen es sich erfahrungsgemäss auszahlt, und eine, in der es zu spät ist.
Dann lohnt es sich
- Vor dem Versand der ersten Bewerbung mit diesem Zeugnis
- Wenn ein Satz Sie stört, Sie ihn aber nicht greifen können
- Wenn die Frist für eine Nachbesserung noch offen ist
- Beim Vergleich von Zwischen- und Endzeugnis
Dann bringt es wenig
- Wenn Sie das Zeugnis ohnehin nicht mehr verwenden
- Wenn der Betrieb gelöscht ist und niemand mehr korrigieren kann
- Wenn Sie eine rechtliche Durchsetzung erwarten
- Wenn nur die Personalien geschwärzt geprüft werden sollen
Der wichtigste Punkt ist der erste. Ein Zeugnis, das einmal in zwanzig Bewerbungen gelaufen ist, lässt sich zwar noch nachbessern, aber die zwanzig Absagen sind bereits geschrieben. Wer vor dem Versand einordnet, hat die Wahl – danach nur noch die Erklärung. Was in den ersten Sekunden einer Sichtung tatsächlich geschieht, beschreibt Wirkung auf Arbeitgeber.
Ein Wort, zwölf Tage, eine Notenstufe
Eine Sachbearbeiterin, 44, elf Jahre in einem Industriebetrieb im Kanton Solothurn, hielt ihr Zeugnis für schwach. Die Einordnung zeigte: Der Tätigkeitsbeschrieb war vollständig und stark, der Verhaltensteil einwandfrei, der Schluss vollständig. Nur der Leistungsformel fehlte das Wort «stets». Sie bat schriftlich um Ergänzung und legte den Satz bei. Nach zwölf Tagen lag die korrigierte Fassung vor – eine Notenstufe höher, ohne dass eine einzige Tatsache geändert wurde.
Was Sie vor dem Hochladen selbst prüfen können
Drei Handgriffe kosten fünf Minuten und beantworten schon einen Teil der Frage. Erstens: Zählen Sie Ihre Kernaufgaben aus dem Kopf auf und suchen Sie jede davon im Zeugnis. Fehlt eine, die einen wesentlichen Teil Ihrer Arbeit ausmachte, ist das der erste konkrete Punkt für eine Nachbesserung.
Zweitens: Suchen Sie den Satz, in dem das Wort Zufriedenheit vorkommt, und lesen Sie ihn zweimal. Steht davor «stets»? Steht «voll» oder «vollst»? Beide Wörter zusammen sind der Unterschied zwischen der Spitze und dem Mittelfeld. Drittens: Lesen Sie nur den letzten Absatz. Kommen Dank, Bedauern und Wünsche vor, oder endet der Text nach dem ersten davon?
Wenn alle drei Punkte unauffällig sind, ist Ihr Zeugnis mit hoher Wahrscheinlichkeit in Ordnung. Auffällig wird es meist erst dort, wo mehrere kleine Signale zusammenkommen – und genau das ist der Teil, der sich allein schwer beurteilen lässt, weil man den eigenen Text zu gut kennt.
Zeugnisse, in denen jeder Satz für sich in Ordnung ist und die trotzdem schwach wirken. Der Grund ist fast immer derselbe: viele Aufgaben, wenig Bewertung. Wer nur beschreibt, was jemand gemacht hat, sagt nichts darüber, wie er es gemacht hat.
Kosten, Dauer und Ablauf
Ein einziger Preis, keine Staffelung, keine Zusatzkosten für mehrere Seiten oder mehrere Dateien. Bezahlt wird nach der Vorprüfung, nicht davor: Zuerst wird automatisch geprüft, ob Ihr Dokument überhaupt ein Arbeitszeugnis ist. Erst wenn das passt, erscheint der Zahlungsschritt.
| Punkt | Angabe |
|---|---|
| Preis | CHF 19.– einmalig, kein Abo |
| Zahlungsarten | TWINT, Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay, PayPal |
| Dateien pro Anfrage | mehrere möglich, gemeinsam ausgewertet |
| Dateiformate | PDF, JPG, PNG |
| Lieferform | PDF und bearbeitbare Word-Datei |
| Zugangslink gültig | 7 Tage |
| Registrierung nötig | nein, nur E-Mail-Adresse |
Ein Fachmann Betriebsunterhalt EFZ lud Zwischenzeugnis und Endzeugnis gemeinsam hoch. Die Auswertung zeigte, dass die Leistungsformel im Endzeugnis eine Stufe tiefer lag als im Zwischenzeugnis – bei unveränderten Aufgaben. Genau dieser Vergleich wäre bei getrennter Betrachtung nicht sichtbar geworden.
Ihre Rechtslage in der Schweiz
Der Anspruch auf ein Zeugnis steht in Art. 330a OR. Absatz 1 gibt Ihnen das qualifizierte Zeugnis mit Aussagen zu Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie zu Leistung und Verhalten. Absatz 2 räumt Ihnen die Wahl ein, sich stattdessen auf eine kurze Bestätigung zu beschränken – was in aller Regel nur bei einer sehr schwachen Bewertung sinnvoll ist.
Ein Zeugnis muss wahr und zugleich wohlwollend sein. Verdeckte Abwertungen sind unzulässig; den Schutz Ihrer Persönlichkeit im Arbeitsverhältnis regelt Art. 328 OR. Für die Frist gilt die allgemeine Regel: Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis verjähren nach fünf Jahren gemäss Art. 128 Ziff. 3 OR. Prüfen Sie zusätzlich, ob für Ihren Betrieb ein Gesamtarbeitsvertrag gilt – ein GAV kann günstigere Regeln enthalten.
Bleibt eine sachliche schriftliche Bitte samt Erinnerung folgenlos, führt der nächste Schritt zur Schlichtungsbehörde Ihres Kantons. Das Verfahren in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten ist in aller Regel kostenlos. Ein Automatismus ist das nicht – massgebend bleiben Ihr Arbeitsvertrag und ein allfälliger GAV.
Was mit Ihren Unterlagen passiert
Sie brauchen kein Konto und kein Passwort. Nötig ist eine E-Mail-Adresse, damit der Zugangslink zur fertigen Auswertung zugestellt werden kann. Ihre Dateien werden nicht öffentlich abgelegt und nicht an Dritte weitergegeben.
Für die Erstellung der Auswertung wird ein externer Dienstleister eingesetzt, der die hochgeladenen Inhalte verarbeitet. Welcher das ist, in welchem Land er sitzt und wie lange Daten aufbewahrt werden, steht in der Datenschutzerklärung und in den häufigen Fragen. Sie dürfen Ihr Dokument geschwärzt hochladen; für die Einordnung zählen die Formulierungen, nicht Ihr Name.
Was diese Prüfung nicht leistet
Drei Dinge gehören ausdrücklich nicht dazu, und es ist besser, das vorher zu wissen. Erstens: keine Rechtsberatung. Es wird eingeordnet, was in Ihrem Zeugnis steht, nicht ob Sie damit vor einer Behörde durchkommen. Zweitens: keine Vertretung gegenüber dem Betrieb – Sie erhalten Textbausteine, schreiben aber selbst. Drittens: keine Garantie für ein Ergebnis; ob ein Betrieb nachbessert, entscheidet er.
Was die Prüfung leistet, ist präzise das, was zwischen Ihnen und einer Entscheidung fehlt: zu wissen, was dasteht. Alles Weitere baut darauf auf – ob Sie das Zeugnis so verwenden, um eine Änderung bitten oder den Weg über die Anfechtung prüfen.
Arbeitszeugnis prüfen lassen
Dafür müssen Sie nicht auf eine andere Seite wechseln. Zeugnis hochladen, mehr braucht es nicht. Die Auswertung kommt als PDF und Word-Datei per E-Mail.
Woran sich diese Seite hält
- Rechtsgrundlage
- Der Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis ergibt sich aus Art. 330a OR. Die Wahl der kurzen Bestätigung räumt Absatz 2 ein.
- Wahrheit und Wohlwollen
- Ein Zeugnis muss wahr und zugleich wohlwollend sein; verdeckte Abwertungen sind unzulässig. Den Persönlichkeitsschutz regelt Art. 328 OR.
- Frist
- Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis verjähren nach fünf Jahren gemäss Art. 128 Ziff. 3 OR. Ein Gesamtarbeitsvertrag kann abweichende, günstigere Regeln enthalten.
- Was bewusst nicht angeboten wird
- Keine Rechtsberatung, keine Vertretung gegenüber dem Betrieb, keine Durchsetzung von Ansprüchen und keine Garantie, dass ein Betrieb nachbessert. Für Streitfälle ist die kantonale Schlichtungsbehörde zuständig.
- Grenzen der Einordnung
- Beurteilt wird der vorliegende Text. Umstände, die nicht im Zeugnis stehen, können nicht berücksichtigt werden. Bei unleserlichen Stellen bleibt die Einordnung entsprechend zurückhaltend.
- Für wen diese Seite ist
- Für Angestellte in der Schweiz, die vor einer Bewerbung oder vor einem Gespräch mit dem Betrieb wissen wollen, was in ihrem Zeugnis tatsächlich steht.
Häufige Fragen
Was kostet es, ein Arbeitszeugnis prüfen zu lassen?
CHF 19.– einmalig, ohne Abo und ohne Registrierung. Darin enthalten sind die Einordnung des gesamten Zeugnisses, die Übersetzung der bewertenden Formulierungen, die Notenstufe und konkrete Änderungsvorschläge. Sie erhalten das Ergebnis als PDF und als Word-Datei.
Wie lange dauert die Prüfung?
In der Regel wenige Minuten nach der Zahlung. Sie erhalten eine E-Mail mit einem persönlichen Zugangslink, der sieben Tage gültig ist. Bei sehr langen oder schlecht lesbaren Dokumenten kann es etwas länger dauern, weil zuerst der Text sauber erfasst werden muss.
Muss ich Namen und Adressen sichtbar lassen?
Nein. Sie dürfen Namen, Adresse, Geburtsdatum und Betriebsangaben schwärzen. Für die Einordnung zählen die Formulierungen, nicht die Personalien. Wichtig ist nur, dass die Sätze zu Aufgaben, Leistung, Verhalten und Schluss vollständig lesbar bleiben.
Bekomme ich eine Rechtsberatung?
Nein. Sie erhalten eine verständliche Einordnung dessen, was in Ihrem Zeugnis steht, und Vorschläge für bessere Formulierungen. Eine rechtliche Bewertung Ihres Einzelfalls, eine Vertretung gegenüber dem Betrieb oder das Durchsetzen von Ansprüchen gehören ausdrücklich nicht dazu.
Kann ich mehrere Zeugnisse zusammen einreichen?
Ja. Sie können mehrere Dateien in einer Anfrage hochladen, etwa Zwischenzeugnis und Endzeugnis oder ein mehrseitiges Dokument. Sie werden als ein Vorgang behandelt. Sinnvoll ist das vor allem, wenn Sie wissen möchten, ob sich die Bewertung zwischen zwei Zeugnissen verschoben hat.



