Arbeitszeugnis Note verstehen: mehr als eine Formel
In vielen Ratgebern werden Zeugnisformulierungen wie Schulnoten behandelt. „Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ wird dann als sehr gut beschrieben, „zu unserer Zufriedenheit“ als befriedigend und „im Grossen und Ganzen“ als kritisch. Solche Tabellen können eine erste Orientierung geben, aber sie ersetzen keine Gesamtanalyse.
Denn ein Arbeitszeugnis kann an einer Stelle stark klingen und an anderer Stelle deutlich nachlassen. Eine gute Leistungsformel hilft wenig, wenn die Aufgabenbeschreibung viel zu knapp ist, das Sozialverhalten unvollständig bleibt oder die Schlussformel auffällig nüchtern wirkt. Umgekehrt muss nicht jede fehlende Floskel sofort bedeuten, dass das Zeugnis schlecht ist.
Genau deshalb wird bei der Analyse das Zusammenspiel geprüft: Welche Bewertung wird ausgesprochen? Welche Bereiche werden betont? Was fehlt? Welche Wirkung entsteht für eine Person, die das Zeugnis im Bewerbungsprozess schnell überfliegt?