Stand: September 2026

Im Gastgewerbe steht am Ende oft ein freundliches Zeugnis, aus dem niemand herauslesen kann, wie viele Gäste, wie viele Schichten und wie viel Verantwortung dahinterstanden.

Arbeitszeugnis im Gastgewerbe: was in Service, Küche und Hotellerie hineingehört

Kurz gesagt: Ein Zeugnis aus Restaurant, Hotel oder Küche muss Betriebsart, Funktion, Pensum und den tatsächlichen Aufgabenbereich benennen. Entscheidend sind Zahlen statt Adjektive: Sitzplätze, Couverts, Zimmer, Schichtmodell, Kassenverantwortung. Der Anspruch folgt aus Art. 330a OR und gilt auch für Saisonstellen, Aushilfen und Anstellungen im Stundenlohn.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Betriebsart nennen: Restaurant, Hotel, Bankett, Systemgastronomie.
  • Zahlen schlagen Adjektive: Sitzplätze, Couverts, Zimmer.
  • Kassen- und Abrechnungsverantwortung gehört hinein.
  • Auch Saison- und Stundenlohnstellen ergeben ein Zeugnis.
  • Der L-GAV regelt die Anstellung, nicht den Zeugnistext.

«Frau S. war in unserem Restaurant im Service tätig und erledigte ihre Aufgaben zu unserer Zufriedenheit.»

Was hier fehlt

Kein Betriebstyp, keine Grösse, keine Aufgaben, keine Verantwortung. Und «zu unserer Zufriedenheit» ohne Steigerung ist auf der üblichen Skala nur Mittelmass. Zwei Zeilen, die vier Jahre Arbeit unsichtbar machen.

«… im À-la-carte-Betrieb mit 90 Sitzplätzen, an Spitzentagen rund 180 Couverts.»

Warum das wirkt

Jede Person aus der Branche weiss sofort, worüber gesprochen wird. Solche Angaben sind Tatsachen, keine Bewertungen, und lassen sich deshalb leicht nachtragen.

«… führte selbstständig den Kassenabschluss und wies die Aushilfen ein.»

Warum das zählt

Kassenverantwortung und Einarbeitung anderer sind Vertrauensbeweise. Wer sie im Zeugnis stehen hat, braucht das Wort «zuverlässig» kaum noch.

Warum Gastro-Zeugnisse so oft blass bleiben

Nicht aus Böswilligkeit. In einem Betrieb mit hoher Fluktuation schreibt oft dieselbe Person zwanzig Zeugnisse im Jahr, meist nach derselben Vorlage. Was individuell wäre, geht dabei verloren: die Grösse des Betriebs, das Schichtmodell, die Saisonspitzen, die Verantwortung an der Kasse.

Für Sie hat das eine gute Seite. Weil die Lücken selten Absicht sind, lassen sie sich meist ohne Konflikt schliessen. Sie verlangen keine bessere Note, sondern eine vollständige Beschreibung Ihrer Arbeit. Wie das Prinzip dahinter funktioniert, zeigt Vollständigkeitsprinzip im Arbeitszeugnis.

Was in jedem Zeugnis aus dem Gastgewerbe stehen muss

Die Pflichtbestandteile sind überall gleich: Personalien, Beginn und Ende der Anstellung, Funktion, Aufgaben, Leistung und Verhalten. Im Gastgewerbe kommen Angaben dazu, ohne die niemand die Erfahrung einordnen kann.

Aufbau eines Zeugnisses im Gastgewerbe Fünf Bereiche, an denen sich alles entscheidet 1 · BetriebArt, Grösse, Sitzplätze oder Zimmerzahl, Küchenstil 2 · Funktiongenaue Bezeichnung, nicht nur «Mitarbeiterin» 3 · AufgabenCouverts, Stationen, Kasse, Bestellwesen, Einarbeitung 4 · EinsatzPensum, Schichtmodell, Saison, Vertretungen 5 · BewertungLeistung und Verhalten, getrennt und ausformuliert
Fehlen Bereich 1 und 3, bleibt das Zeugnis austauschbar, egal wie freundlich der Ton ist.

Service und Restauration

Im Service entscheidet die Betriebsart über alles. Ein À-la-carte-Restaurant, ein Bankettbetrieb und die Systemgastronomie verlangen völlig verschiedene Fähigkeiten. Wer das im Zeugnis nicht liest, kann Ihre Erfahrung nicht einschätzen.

Wichtig sind ausserdem Kassen- und Abrechnungsverantwortung, die Betreuung von Stationen, Zusatzverkauf sowie die Einarbeitung neuer Mitarbeitender. Als Restaurationsfachfrau EFZ sollte auch der Abschluss genannt sein. Wie sich Verantwortung sprachlich niederschlägt, zeigt Formulierungen verstehen.

Vorher

«Herr T. bediente unsere Gäste freundlich und zuvorkommend.»

Nachher

«Herr T. betreute im À-la-carte-Betrieb mit 90 Sitzplätzen eigenverantwortlich eine Station, führte an rund 200 Tagen pro Jahr den Kassenabschluss und arbeitete vier Lernende ein.»

Beispielhafte Angaben. Verändert wurde keine Bewertung, sondern nur die Beschreibung dessen, was tatsächlich geleistet wurde.

Küche und Produktion

In der Küche zählen Posten und Menge. Welche Posten haben Sie geführt, wie viele Couverts wurden produziert, gab es Bankette, Diätküche, Allergenmanagement? Auch die Verantwortung für Bestellungen, Warenannahme und Hygienekontrolle nach dem Selbstkontrollkonzept gehört hinein.

Für eine Köchin EFZ ist zudem wesentlich, ob sie selbstständig Menüs zusammenstellte oder ausschliesslich nach Vorgabe arbeitete. Dieser Unterschied entscheidet über die nächste Stelle und verschwindet in vielen Zeugnissen hinter dem Wort «mithelfend».

Was in den einzelnen Bereichen genannt sein sollte
BereichUnverzichtbare AngabenHäufig vergessen
ServiceBetriebsart, Sitzplätze, Station, KasseZusatzverkauf, Einarbeitung von Lernenden
KüchePosten, Couverts, KüchenstilBestellwesen, Hygienekontrolle, Diätküche
RéceptionZimmerzahl, System, SprachenNachtdienst, Debitoren, Reklamationen
HousekeepingZimmer pro Schicht, KontrollfunktionEinarbeitung, Materialbestellung
BankettAnlassgrösse, AblaufverantwortungAbsprache mit Küche und Technik

Übersicht aus der Praxis, keine gesetzliche Aufzählung. Massgebend bleibt Art. 330a OR. Stand: September 2026.

Bleibt Ihr Zeugnis unter dem, was Sie geleistet haben?

Laden Sie es hoch. Sie erhalten die fehlenden Angaben benannt und fertige Formulierungen, mit denen Sie beim Betrieb nachfragen können.

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Hotellerie, Housekeeping und Réception

An der Réception sind Systemkenntnisse und Sprachen die harte Währung. Welches Property-Management-System, welche Sprachen auf welchem Niveau, Nachtdienst ja oder nein, Debitorenkontrolle, Umgang mit Reklamationen. Diese Angaben lassen sich in einem Satz unterbringen und verändern die Wirkung des ganzen Zeugnisses.

Im Housekeeping zählt neben der Zimmerzahl pro Schicht vor allem die Frage, ob Sie kontrolliert oder nur gereinigt haben. Kontrollverantwortung ist Führungsarbeit im Kleinen und gehört ausdrücklich erwähnt.

Beispiel zur Einordnung

Eine Hotelfachfrau EFZ liess ergänzen, dass sie im 48-Zimmer-Betrieb regelmässig den Nachtdienst übernahm und die Tagesabrechnung führte. Ihre Bewerbung für eine Réceptionsstelle war beim zweiten Anlauf erfolgreich.

Saison, Aushilfe und Anstellung im Stundenlohn

Der Zeugnisanspruch hängt nicht von der Vertragsform ab. Auch nach einer Wintersaison von vier Monaten oder nach Einsätzen im Stundenlohn dürfen Sie ein qualifiziertes Zeugnis verlangen, nicht bloss eine Bestätigung. Was der Unterschied ist, erklärt Arbeitsbestätigung oder Arbeitszeugnis.

Bei unregelmässigen Einsätzen wird statt eines Pensums der Umfang beschrieben, etwa als durchschnittliche Anzahl Einsätze oder Stunden pro Monat. Für kurze Einsätze lohnt zusätzlich der Blick auf Arbeitszeugnis Aushilfe; wer regelmässig Teilzeit gearbeitet hat, findet die Einordnung unter Pensum und Teilzeit im Arbeitszeugnis.

Typischer Fehler

Nach einer Saison wird nur eine Arbeitsbestätigung ausgestellt, weil «es ja nur vier Monate waren». Die Dauer ändert nichts am Anspruch auf ein bewertendes Zeugnis.

Formulierungen, die in der Branche besonders auffallen

Weil viele Gastro-Zeugnisse aus Vorlagen entstehen, wiederholen sich bestimmte Wendungen. Geübte Leserinnen erkennen sie sofort, und einige davon wirken schwächer, als sie gemeint sind.

Das trägt

  • «führte die Station eigenverantwortlich»
  • «übernahm die Stellvertretung der Chef de Service»
  • «arbeitete Lernende selbstständig ein»
  • «behielt auch bei 180 Couverts den Überblick»
  • «stets zu unserer vollsten Zufriedenheit»

Das schwächt

  • «war im Service mithelfend tätig»
  • «bemühte sich stets um einen guten Ablauf»
  • «zeigte Interesse an den Aufgaben»
  • «war bei Gästen und Kollegen beliebt» ohne Leistungsteil
  • «zu unserer Zufriedenheit» ohne Steigerung

Die letzte Zeile links und rechts unterscheidet nur ein Wort und trotzdem zwei Notenstufen. Wie diese Skala funktioniert, erklärt Zeugnisnote verstehen; die häufigsten stillen Abwertungen sammelt Negativzeichen im Arbeitszeugnis.

Hinweis zur Einordnung Ein häufiges Muster: Zeugnisse, in denen Freundlichkeit und Belastbarkeit gelobt werden, während Kassenverantwortung und Einarbeitung anderer fehlen. Genau diese beiden Punkte sind es aber, nach denen der nächste Betrieb sucht.
Beispiel zur Einordnung

Drei Sätze mehr, eine andere Bewerbungsrunde

Ein Koch EFZ arbeitete drei Jahre in einem Betrieb mit rund 150 Couverts täglich und führte den Posten Entremetier. Sein Zeugnis erwähnte weder die Menge noch den Posten noch die Bestellverantwortung.

Er bat schriftlich um drei Ergänzungen, alle rein tatsächlicher Natur. Der Betrieb stellte das Zeugnis innert 2 Wochen neu aus, ohne eine Bewertung zu ändern. Konstruiertes Beispiel zur Veranschaulichung, kein realer Kundenfall.

Notenstufen, wie sie im Gastgewerbe typischerweise formuliert werden
FormulierungÜbliche LesartWoran Sie es festmachen
«stets zu unserer vollsten Zufriedenheit»oberste Stufe«stets» und «vollste» zusammen
«stets zu unserer vollen Zufriedenheit»gut«stets» vorhanden, Steigerung fehlt
«zu unserer vollen Zufriedenheit»Mittelfeld«stets» fehlt: nicht durchgehend
«zu unserer Zufriedenheit»schwachweder «stets» noch «volle»
«bemühte sich»Absicht statt Ergebniskein Ergebnis genannt

Verbreitete Lesart in der Praxis, keine gesetzliche Notenskala. Massgebend bleibt der Gesamttext. Stand: September 2026.

Skala der Zufriedenheitsformeln Ein Wort Unterschied, eine Stufe Unterschied «zu unsererZufriedenheit» «zu unserer vollenZufriedenheit» «stets zu unserervollen Zufriedenheit» «stets zu unserervollsten Zufriedenheit» schwach oberste Stufe
Die Skala entsteht aus zwei Wörtern: «stets» steht für Dauerhaftigkeit, «vollste» für den Grad.

Sprachen, Systeme und Abschlüsse gehören ins Zeugnis

Im Gastgewerbe arbeiten Menschen aus vielen Ländern, und Sprachkenntnisse sind ein handfestes Arbeitsmittel, kein Zusatz. Wer französischsprachige Gäste betreut oder englische Reservationen bearbeitet hat, sollte das im Zeugnis wiederfinden, mit dem tatsächlichen Einsatzbereich statt einer pauschalen Niveauangabe.

Dasselbe gilt für Systeme: Kassensysteme, Reservationsprogramme, Property-Management-Systeme. Solche Angaben lassen sich in einem Nebensatz unterbringen und ersparen dem nächsten Betrieb die Einarbeitung. Auch besuchte Kurse gehören hinein, etwa der Fähigkeitsausweis für den Ausschank alkoholischer Getränke oder eine Hygieneschulung, sofern sie mit der Arbeit zu tun hatten.

Fehlen diese Punkte, ist das selten Absicht. Sie stehen einfach nicht in der Vorlage. Genau deshalb lohnt die Bitte um Ergänzung: Es sind Tatsachen, sie kosten den Betrieb zwei Minuten und machen Ihr Zeugnis sofort brauchbarer.

Nach der Lehre: das erste Zeugnis im Gastgewerbe

Wer die Lehre als Koch EFZ, Restaurationsfachfrau EFZ oder Hotelfachmann EFZ abschliesst, erhält zwei verschiedene Dokumente. Das eine ist der Ausweis über die abgeschlossene Grundbildung, das andere das Arbeitszeugnis über die Zeit im Lehrbetrieb. Beide werden gebraucht, und sie sagen Unterschiedliches aus.

Im Zeugnis über die Lehrzeit sollte stehen, welche Posten oder Abteilungen Sie durchlaufen haben und mit welcher Selbstständigkeit Sie am Schluss gearbeitet haben. Genau dieser Teil fehlt häufig, weil die Vorlage für gelernte Mitarbeitende gedacht ist. Die Abgrenzung der beiden Dokumente erklärt Arbeitszeugnis und Ausbildungszeugnis.

Bleiben Sie nach der Lehre im selben Betrieb, lohnt sich ein sauberer Schnitt: ein Zeugnis für die Lehrzeit, später ein zweites für die Anstellung danach. Sonst verschwimmen Ausbildung und Berufserfahrung in einem einzigen Dokument, und die Berufsjahre werden später schwer nachweisbar.

Viele kurze Stationen: wie Sie den Überblick behalten

Im Gastgewerbe sind mehrere Stellen in wenigen Jahren normal. Saisonbetriebe, Betriebsschliessungen und Wechsel zwischen Sommer- und Winterdestination gehören zur Branche. Personalverantwortliche wissen das und lesen eine Kette kurzer Anstellungen nicht automatisch als Unruhe.

Wichtig ist, dass Sie für jede Station ein Zeugnis haben. Sammeln Sie sie unmittelbar nach dem Austritt ein, nicht Jahre später. Der Anspruch besteht zwar zehn Jahre, doch Saisonbetriebe wechseln die Geschäftsleitung häufig, und wer Sie beurteilen könnte, ist oft nach zwei Jahren nicht mehr dort.

Ordnen Sie die Zeugnisse in der Bewerbung chronologisch und legen Sie zu kurzen Einsätzen eine knappe Erklärung bei, etwa «Saisonstelle, Betrieb geschlossen von April bis Juni». Ein Satz genügt und verhindert, dass jemand eine Lücke selbst deutet. Fehlt ein Zeugnis, hilft Arbeitszeugnis verloren weiter.

Rechtslage in der Schweiz

Grundlage ist Art. 330a des Obligationenrechts. Er gilt für alle Anstellungen im Gastgewerbe, unabhängig von Saison, Pensum oder Lohnform. Das Zeugnis muss sich über Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie über Leistung und Verhalten aussprechen und dabei wahr und zugleich wohlwollend sein (BGE 136 III 510).

Für die Anstellung selbst gilt in den meisten Betrieben zusätzlich der Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes, kurz L-GAV. Er regelt unter anderem Mindestlöhne, Arbeits- und Ruhezeiten sowie Ferien. Den Inhalt des Arbeitszeugnisses regelt er nicht; dafür bleibt das Obligationenrecht massgebend. Der Anspruch verjährt nach Art. 127 OR erst nach zehn Jahren (BGE 147 III 78), eine Ergänzung ist also auch Jahre später möglich.

Wenn der Betrieb nicht ergänzen will

Zuständig ist die Schlichtungsbehörde in Arbeitsrechtssachen Ihres Kantons; bei Streitwerten bis CHF 30 000 werden keine Gerichtskosten erhoben (Art. 113 Abs. 2 lit. d und Art. 114 lit. c ZPO); eigene Anwaltskosten tragen Sie selbst. Bei Fragen zur Anwendung des L-GAV ist zusätzlich die im Vertrag genannte Kontrollstelle zuständig.

Was unsere Analyse leistet

Bei Gastro-Zeugnissen liegt das Problem selten in einem gemeinen Satz, sondern in dem, was nicht dasteht. Wir lesen Text, Aufbau und Auslassungen zusammen und benennen die Stellen, an denen Ihre tatsächliche Verantwortung im Dokument fehlt.

Sie erhalten jede bewertende Formulierung im Klartext, die Notenstufe eingeordnet und für jede Lücke eine fertige Ergänzung mit Platz für Ihre eigenen Zahlen. Wer zuerst eine neutrale Bestandsaufnahme möchte, findet sie unter Arbeitszeugnis prüfen lassen.

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Formulierungen im KlartextJede bewertende Stelle in Alltagssprache übersetzt, statt Zeugnisdeutsch.
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Austauschbares und aussagekräftiges Gastro-Zeugnis im Vergleich Austauschbar Aussagekräftig «Restaurant»«À-la-carte, 90 Sitzplätze» «im Service tätig»«Station eigenverantwortlich» «freundlich zu Gästen»«Kassenabschluss selbstständig» «zu unserer Zufriedenheit»«stets zu unserer vollsten Zufriedenheit»
Beide Zeugnisse beschreiben dieselbe Stelle. Nur eines davon kann eine fremde Betriebsleitung einordnen.
Hinweis zur Einordnung In aller Regel ergänzen Gastrobetriebe Zahlen und Aufgaben schnell, weil sie unbestritten sind. Deutlich zäher werden Gespräche, sobald es um eine bessere Notenstufe geht. Wer mit den Tatsachen beginnt, kommt meist weiter.

Rechtsquellen und Transparenz

Woraus der Anspruch folgt
Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis ergibt sich aus Art. 330a OR und gilt für alle Anstellungen im Gastgewerbe, auch für Saisonstellen und Anstellungen im Stundenlohn. Die Pflicht, wahr und zugleich wohlwollend zu formulieren, entwickelte das Bundesgericht aus dieser Bestimmung (BGE 136 III 510).
Was der L-GAV regelt und was nicht
Der Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes regelt Anstellungsbedingungen wie Mindestlöhne, Arbeits- und Ruhezeiten sowie Ferien. Den Inhalt des Arbeitszeugnisses regelt er nicht. Ob er auf Ihren Betrieb anwendbar ist, richtet sich nach seinem Geltungsbereich.
Wie lange der Anspruch besteht
Der Anspruch verjährt nach Art. 127 OR in zehn Jahren; die kürzere Frist von Art. 128 Ziff. 3 OR gilt für Lohnforderungen, nicht für das Zeugnis (BGE 147 III 78). Eine Ergänzung ist deshalb auch Jahre nach einer Saison noch möglich.
Für wen diese Seite gedacht ist
Für Menschen aus Service, Küche und Hotellerie, die wissen wollen, ob ihr Zeugnis ihre Arbeit abbildet. Wir erklären und ordnen ein. Bewusst nicht angeboten werden Rechtsberatung, die Auslegung des L-GAV und Vertretung gegenüber dem Betrieb.

Diese Seite bietet allgemeine Informationen zum Arbeitszeugnis im Gastgewerbe und eine sprachliche Einordnung Ihres Dokuments, jedoch keine Rechtsberatung im Einzelfall und keine Auslegung des L-GAV. Ob eine bestimmte Bestimmung auf Ihren Betrieb anwendbar ist, klären die im Vertrag genannte Kontrollstelle, eine Anwältin oder ein Anwalt.

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Häufige Fragen

Was muss in einem Arbeitszeugnis aus dem Gastgewerbe stehen?

Neben Personalien, Dauer und Funktion gehören die Betriebsart und ihre Grösse hinein, also Sitzplätze, Couverts oder Zimmerzahl, dazu die konkreten Aufgaben mit Kassen-, Bestell- oder Kontrollverantwortung. Erst diese Angaben machen die Erfahrung für einen anderen Betrieb einschätzbar.

Bekomme ich nach einer Saisonstelle ein qualifiziertes Arbeitszeugnis?

Ja. Der Anspruch aus Art. 330a OR hängt nicht von der Dauer oder der Vertragsform ab. Auch nach vier Monaten Wintersaison oder nach Einsätzen im Stundenlohn dürfen Sie ein bewertendes Zeugnis verlangen und nicht nur eine Arbeitsbestätigung.

Regelt der L-GAV, was im Arbeitszeugnis stehen muss?

Nein. Der Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes regelt Anstellungsbedingungen wie Mindestlöhne, Arbeits- und Ruhezeiten sowie Ferien. Für den Inhalt des Arbeitszeugnisses bleibt Art. 330a OR massgebend, ergänzt durch die Rechtsprechung zu Wahrheit und Wohlwollen.

Warum wirken viele Gastro-Zeugnisse so austauschbar?

Weil sie aus Vorlagen entstehen. In Betrieben mit hoher Fluktuation schreibt dieselbe Person viele Zeugnisse nach demselben Muster. Dabei fallen die individuellen Angaben weg: Betriebsgrösse, Posten, Schichtmodell, Kassenverantwortung. Diese Lücken sind meist keine Absicht und lassen sich ohne Konflikt schliessen.

Wie bekomme ich fehlende Angaben ergänzt?

Mit einem sachlichen Schreiben, das genau benennt, was fehlt, und eine fertige Formulierung mitliefert. Tatsachen wie Couverts, Sitzplätze oder Posten werden meist innert weniger Tage ergänzt, weil sie unbestritten sind. Deutlich zäher sind Gespräche über eine bessere Notenstufe.

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