Haben Sie Anspruch auf ein Zwischenzeugnis?
Ein Zwischenzeugnis können Sie bei berechtigtem Interesse verlangen. Ein solches
Interesse liegt bei den oben genannten Anlässen in der Regel vor – etwa bei einem Vorgesetztenwechsel,
einer internen Versetzung oder einer geplanten Bewerbung. Sie müssen den Grund nicht ausführlich
rechtfertigen, ein nachvollziehbarer Anlass genügt meist.
In der Praxis ist eine sachliche, freundliche Anfrage der beste Weg. Formulieren Sie kurz, weshalb Sie
das Zwischenzeugnis wünschen, und nennen Sie einen realistischen Zeitrahmen. Reagiert der Arbeitgeber
nicht oder fällt das Zeugnis auffällig schwach aus, lohnt sich zunächst eine ruhige Klärung, bevor
weitere Schritte erwogen werden. Wie sich ein berechtigter Wunsch sinnvoll durchsetzen lässt, erklärt
Zeugniskorrektur durchsetzen.
Gut zu wissen: Das Zwischenzeugnis bindet den Arbeitgeber ein Stück weit. Was er Ihnen
heute schriftlich bescheinigt, kann er im späteren Endzeugnis nicht ohne guten Grund deutlich
schlechter darstellen. Ein gutes Zwischenzeugnis ist deshalb auch eine Absicherung für die Zukunft.
Für konkrete rechtliche Fragen – etwa zu Fristen oder zur Durchsetzung – ist eine auf Arbeitsrecht
spezialisierte Fachperson die richtige Anlaufstelle. Diese Seite hilft Ihnen dabei, Ihr Zeugnis
richtig zu lesen und einzuordnen –
das ist meist der sinnvolle erste Schritt.
So fordern Sie ein Zwischenzeugnis an
Eine gute Anfrage ist kurz, freundlich und konkret. Nennen Sie den Anlass in einem Satz, bitten Sie um
ein qualifiziertes Zwischenzeugnis und schlagen Sie einen realistischen Termin vor. Ein sachlicher Ton
erhöht die Chance, dass Sie ein wohlwollend formuliertes Dokument erhalten – schliesslich arbeiten Sie
weiterhin zusammen. Vermeiden Sie Formulierungen, die wie eine Beschwerde klingen; es geht um eine
Standortbestimmung, nicht um Kritik.
Sinnvoll ist es, den Wunsch schriftlich festzuhalten, etwa per E-Mail, damit Anlass und Zeitpunkt
dokumentiert sind. Erhalten Sie das Zeugnis, sollten Sie es nicht ungeprüft ablegen: Lesen Sie es einmal
in Ruhe durch und achten Sie auf die Zufriedenheitsformel, die Vollständigkeit der Aufgaben und den Ton
der Schlussformel. Fällt Ihnen etwas auf, lohnt sich eine
unabhängige Einordnung, bevor Sie das
Zeugnis für eine Bewerbung verwenden. So gehen Sie sicher, dass es Ihre Leistung wirklich abbildet – und
Sie nicht unbeabsichtigt unter Wert
dargestellt werden.